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Leseprobe

Auszüge aus einem Lebenssteckbrief „Die kleinen Dinge“.
Weitere Leseproben finden Sie in den verschiedenen Lebenssteckbrief-Designs.

Persönliches

Aussehen

Haare: Dunkelbraun und lockig - wir waren sicher, dass er seine Haarfarbe an unseren Sohn weitergeben würde, aber sie wusste sich nicht durchzusetzen. Seine Locken waren da in der Vererbung schon erfolgreicher.

Frisur: Seit Jahren schon schnitt ich seine Haare mit einer Haarschneidemaschine, aber jedes Mal aufs Neue legte er mir einen Zettel mit genauen Instruktionen vor und kontrollierte, ob ich auch die richtigen Aufsätze verwende. Einmal redeten wir angeregt, er vergaß seine Vorsichtsmaßnahmen und ich stellte tatsächlich eine zu kurze Haarlänge ein.

Hände: Keine typischen Männerhände, eher "Bürohände": schmal, zart und mit schönen Fingernägeln.
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Erscheinung

Sprache: Er sprach schnell und viel, überschlug sich manchmal beim Reden, weil er mit seinen Gedanken meist schon viel weiter war. Als wir uns kennenlernten, musste ich oft nachfragen, weil ich ihn nie beim ersten Mal verstand.

Lachen: Ich liebte es, wenn er herzlich lachte. Besonders witzig war sein Fotogesicht. Wie auf Knopfdruck setzte er ein immer gleiches Strahlemann-Lächeln auf. Ich versuchte oft, ihn mit kleinen Späßen aus der Reserve zu locken, um dann im Moment seiner Nichtbeherrschung abzudrücken.
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Eigenheiten

Marotten: Er ließ immer einen Schluck Kaffee in seiner Tasse übrig. Im Supermarkt nahm er nie die vorderste Packung aus dem Regal. Er war ein Serviettenjunkie. Schmutziges Geschirr wurde nicht in den Geschirrspüler geräumt, sondern oben drauf gestellt. Kam er von einer Reise zurück, legte er seine Reisetasche ins Wohnzimmer und räumte sie tagelang weder aus noch weg.   

Gern Gesagtes:Gehabt euch wohl!“, „Big whoop!“, „Wenn‘s schön macht!“
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Einblicke

Traum vom Glück: Privates Glück bedeutete für ihn, das Leben mit seiner eigenen kleinen Familie beginnen zu können, endlich diesen nächsten Schritt zu wagen. Er sah sich am Ende seines Lebens neben mir auf einer Holzveranda sitzen, mit Blick in die Natur und unseren Enkelkindern beim Spielen zuschauend. Berufliches Glück sah er in einem unbefristeten Job. Halb im Spaß träumte er von einem ruhigen Dasein als Beamter im Pass- und Meldewesen.

Lebensmaximen: Ich bin Realist und kein Pessimist“, „Sicherheit ist das halbe Leben, Planung das andere“
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Unbeliebtes

Darüber ärgerte er sich: Wenn ich das Auto bis zum Aufblinken der roten Lampe leerfuhr. Eingeritzte Weinetiketten, weil unachtsame Supermarktmitarbeiter den Karton mit den Flaschen direkt am Etikett lang aufschlitzten. Wenn sein geliebter ÖPNV mal nicht perfekt aufeinander abgestimmt war und er dadurch die Anschlussbahn verpasste.

Er mochte nicht: Wenn ich meine Hände mit Handcreme eingecremte, deren Geruch er nicht ausstehen konnte. Spätvorstellungen im Kino. Sport, insbesondere Ballsportarten, da er weder einen Sinn darin sah noch Wettkampfgeist besaß. Baden gehen.
[…]

Weitere Themenbereiche sind z.B. Alltag, Familie, Partnerschaft und Freizeit